Wer mehr über seine Sportart weiß, trainiert gesünder und
effektiver. Nordic Walker hat Ihnen die wichtigsten rund ums nordische Gehen
zusammengestellt und von Experten beantworten lassen. Herausgekommen sind
hilfreiche Profitipps für Einsteiger wie Fortgeschrittene, die Ihr Training
garantiert erleichtern werden.
Training
- Worauf sollte ich als NW-Einsteiger achten?
Wer längere Zeit
keinen Sport getrieben hat, muss seinen Körper erst wieder an die Belastung
gewöhnen. Gehen Sie es daher langsam an. Das gilt vor allem in den ersten
Wochen. Walken Sie in einem Tempo, in dem Sie sich wohlfühlen und eine
Unterhaltung noch möglich ist. Wer sich überfordert, verliert nur schnell
wieder die Lust am Sport. Ganz allmählich können Sie Ihr Training dann
steigern.
- Welches Trainingsprogramm ist optimal?
Es bringt leider wenig,
nur hin und wieder die Stöcke zu schwingen. Wer seine Fitness spürbar steigern
möchte, sollte mindestens zwei, besser sogar drei bis vier Mal die Woche
trainieren. Anfänger können mit 30 Minuten pro Einheit starten. Für
Fortgeschrittene sind regelmäßige Einheiten von 45 bis 90 Minuten
erstrebenswert. Je mehr Sie trainieren, desto nachhaltiger und umfangreicher
sind natürlich die Gesundheitseffekte.
- Wie viele Regeneration braucht mein Körper?
Nach einem
intensiven Training muss sich der Körper von den Anforderungen erholen dürfen.
Nur dann kann er optimal auf die Belastungsreize im Sinne einer
Leistungssteigerung reagieren. Pausieren Sie daher zwischen zwei NW-Einheiten
möglichst einen Tag, als Sportneuling sogar zwei Tage. Alternative für fitte
Nordic Walker: auf ein intensives Training eine kurze, lockere Runde folgen
lassen.
- Brauche ich für mein Training eine Pulsuhr?
Eine Pulsuhr ist
ideal, um das Training besser zu kontrollieren und zu steuern. Denn die
Herzfrequenz ist ein wichtiger Indikator für die Intensität einer Belastung.
Walken Sie in ihrer optimalen Leistungszone, machen Sie Trainingsfortschritte,
oder überfordern Sie sich gar? Diese und mehr Informationen lassen sich anhand
einer Pulsuhr ablesen. Bei körperlicher Überforderung warnen akustische
Signale. Das gibt vor allem Einsteigern sowie älteren und kranken
Menschen mehr Sicherheit auf ihren Runden. Eine Pulsuhr ist daher immer eine
Bereicherung für das NW-Training.
- Wie bestimme ich meinen optimalen Belastungspuls?
Die
Trainingsherzfrequenz (THF) ist von Faktoren wie Alter, genetischer
Disposition, Trainingszustand und –zielen abhängig. Eine erste, einfache
Einschätzung erlaubt die Berechnung mit der Formel „180 minus Lebensalter“.
Wer seinen Maximal- und Ruhepuls kennt (morgens im Bett noch vor dem Aufstehen
gemessen), kann seine THF auch genauer bestimmen mit der Formel: Ruhepuls + [
(Maximalpuls – Ruhepuls) x Belastungsfaktor]. Als Belastungsfaktor wird dabei
der 0,5 für regeneratives, 0,6 für extensives und 0,75 für intensives
Ausdauertraining eingesetzt. Die Pulsfrequenz verändert sich jedoch
tagesrhythmisch und wird zudem von etlichen Faktoren wie Temperatur oder
Wasserhaushalt beeinflusst. Ihre errechnete THF sollten Sie daher niemals als
dogmatisches Fixum sehen, sondern eher als eine Orientierungshilfe zur
Bestimmung der Intensität.
- Wie gehe ich bei der Trainingssteuerung am besten vor?
Wer sein
NW-Pensum erhöhen möchte, sollte seinen Körper nicht plötzlich überfordern,
sondern Schritt für Schritt vorgehen. Eine Grundregel der Trainingslehre
lautet: Erst die Dauer der Einheiten erhöhen, dann die Häufigkeit und zuletzt
die Intensität, also das Tempo. Dabei sollten Sie maßvoll vorgehen. Schon ein
leicht gesteigerter Trainingsreiz führt zu besserer Leistungsfähigkeit und zu
mehr Fitness.
- Wer braucht einen festen Trainingsplan?
Ein Trainingsplan ist
ein Leitfaden zum Erreichen eines bestimmten Ziels. Das kann eine verbesserte
Fitness, die Teilnahme an einem Halbmarathon oder eine schlankere Figur sein.
In diesen Fällen macht es Sinn, Intensitäten, Belastungen und
Regenerationsphasen beim Training zu planen und aufeinander abzustimmen. Wer
jedoch in erster Linie Nordic walkt, um sich gesund an der frischen Luft zu
bewegen, kommt ohne Trainingsplan aus.
- Wie kann ich mein Training sinnvoll variieren?
Abwechslung ist
für ein optimales Training wichtig. Denn wird immer nur im gleichen Tempo auf
der Strecke gewalkt, gewöhnt sich der Körper an diese Belastung. Dadurch
stagniert auch die Fitness auf einem Level. Besser ist es, die Trainingsreize
zu variieren, etwa über die Streckenprofile: mal flach, mal mit steileren
Passagen. Solche Fahrtspiele führen auf ganz natürliche Weise zu
unterschiedlichen Belastungsintensitäten. Oder bauen Sie ein Mal die Woche
schnellere, dafür aber kürzere Einheiten ein. Auch Technikvarianten wie
Hopserlauf oder Nordic Running können zusätzlich für Spaß und Abwechslung im
Training sorgen.
- Verbrenne ich bei geringer Trainingsintensität wirklich mehr
Fett?
Zum Abnehmen wird oft ein niedrigintensives Training im so
genannten „Fettstoffwechsel-Bereich“ empfohlen. Prozentual gesehen verbrennt
der Organismus im unteren Herzfrequenz-Bereich tatsächlich mehr Fette. Mit
steigendem Puls holt sich der Muskel die nötige Energie dann vermehrt aus den
Zuckervorräten. Absolut gesehen wird hierbei jedoch mehr Energie, werden mehr
Kalorien verbraucht. Und das ist zum Abnehmen letztendlich entscheidend. Wer
kann, sollte daher – zumindest zwischendurch – einen Zahn zulegen.
Fettstoffwechseltraining im unteren Pulsbereich ist speziell bei längeren
Einheiten sinnvoll und effektiv.
Technik
- Kann ich die NW-Technik auch ohne Trainer lernen?
NW ist eine
natürliche Bewegungsform und für jedermann erlernbar. Ganz so einfach, wie es
aussieht, ist das koordinierte Laufen mit den Stöcken jedoch nicht. Deshalb
ist die Teilnahme an einem Technik-Kurs auf jeden Fall empfehlenswert. Dafür
sollten Sie sich auch ausreichend Zeit gönnen. Denn seine ganze
Gesundheitswirkung entfaltet der flotte Ausdauersport erst, wenn der
Bewegungsablauf harmonisch ist und der Stockeinsatz stimmt.
- Was passiert, wenn ich mit falscher Technik walke?
Werden die
Bewegungen nicht richtig ausgeführt, bleibt in erster Linie die Effektivität
und damit der gesundheitliche Nutzen auf der Strecke. Viele Einsteiger setzen
ihre Stöcke zu zaghaft ein oder schleifen sie hinter sich her. Dadurch geht
der Ganzkörpereffekt verloren. Der Oberkörper wird nicht mittrainiert. Greifen
und öffnen die Hände bei Stockeinsatz nicht richtig, bleibt auch der
Muskel-Pump-Effekt aus, und die Muskulatur wird nicht gelockert. Bei
krampfhaftem Festhalten der Stöcke kann es sogar zu Verspannungen in der
Schulter-Nacken-Partie kommen. Eine erhöhte Verletzungsgefahr besteht bei
falscher Technik normalerweise aber nicht.
- Woran erkenne ich einen guten NW-Trainer?
Ihr Nw-Trainer sollte
über fundierte Technikkenntnisse und ausreichend Erfahrung als Trainer
verfügen. Suchen Sie sich einen Kursanbieter, der eine Instuctor-Lizenz und
möglichst auch Fortbildungen vorweisen kann. Eine Berufsausbildung im Sport-
oder Gesundheitsbereich (zum Beispiel Sportwissenschaftler oder Therapeut)
oder die Mitgliedschaft in einem Verband sind ebenfalls von Vorteil. Ein
weiteres Qualifikationsmerkmal kann die Anerkennung der Seminare als so
genannter Präventionskurs durch die Krankenkassen sein. Fas genau so wichtig
wie das Know-how ist jedoch, dass Ihr Trainer gut erklären sowie Motivation
und Spaß vermitteln kann. Nur dann ist es wahrscheinlich, dass Sie NW richtig
lernen und lange mit Freude dabei bleiben.
- Was ist ein „“Passgang“?
Die Grundtechnik im Nordic Walken
beruht auf der natürlichen K r e u z k o o r d i n a t i o n von Arm und
Beinbewegung. Das heißt: Arme und Beine werden nicht parallel geführt, sondern
gegenläufig. Das linke Bein geht mit dem rechten Arm nach vorne, das rechte
Bein mit dem linken Arm. Dieser Rhythmus geht meist schnell ins Blut über.
Anfängern passiert es jedoch manchmal, dass sie in den „Passgang“ fallen, die
Arm-Bein-Bewegung also anstatt diagonal fälschlicherweise parallel ausführen.
Im Tierreich gehört zum Beispiel das Kamel zu den „Passgängern“.
- Welche Schrittlänge passt zu mir?
Die Schritte werden beim NW
etwas länger gezogen als beim klassischen Walking. Das ist die Voraussetzung
für eine effektive Armarbeit. Denn bei zu kurzen Schritten bleibt keine Zeit,
den Arm in der Schubphase komplett nach hinten zu führen. Darunter leiden die
Technik und das Oberkörpertraining. Die genaue Schrittlänge hängt von den
individuellen Körperproportionen, der Beweglichkeit und dem Umfang der
Armbewegung ab. Sie sollte dementsprechend „angepasst“ gewählt werden. Tipp:
Wenn Sie Ihren Arm bisher zeitlich nicht in eine volle Streckung bekommen,
sollten Sie Ihre Schritte verlängern!
- Was bedeutet „aktive Fußarbeit“?
Die Fußarbeit beim NW
entspricht in etwa der des Walkings. Der Fuß setzt mit der Ferse auf und rollt
dann über den Außenrand des Mittelfußes zum großen Zeh hin ab. Das fühlt sich
in etwa so an, als würden Sie mit Ihrem Fuß eine halbe Zitrone auspressen. Das
Abrollen endet mit einem kräftigen Abdruck über den Großzehbalken. Diese
aktive Fußbewegung fördert die Arbeit der unteren Beinmuskulatur und
gewährleistet, dass alle Gelenke in ihrer physiologischen Körperachse
bleiben. Den Fuß aber bitte nie mit durchgestecktem Knie aufsetzen.
- Wie viel Druck muss ich auf die Stöcke geben?
Ein gewisser Druck
während der Schubphase ist schon notwendig, um den Stock zu kontrollieren und
die Rumpfmuskulatur beim Nordic Walken zu trainieren. Der Stock etwa wird ab
Hüfthöhe durch einen angemessenen Druck auf die Schlaufe hinter den Körper
geschoben. Auch wenn die Hand geöffnet ist, bleibt der Druck weiter auf der
Schlaufe, um dem Stock zum Schluss einen letzten kräftigen „Kick“ nach hinten
zu geben.
- Worauf muss ich bergauf oder bei Gefällen achten?
In steilerem
Gelände wird der Oberkörper entsprechend nach vorne geneigt. Das passiert
normalerweise ganz automatisch. Wer etwas für seine Kondition tun möchte,
sollte die Schrittlänge beibehalten und nur bei sehr steilen Passagen
verkürzen. Einfach geht es natürlich mit kürzeren Schritten. Bergab sollten
die Stöcke einen Teil des Körpergewichts abfangen, um die Gelenke zu schonen.
Dafür bleiben sie hinten, werden also nicht vor den Körper genommen.
Gleichzeitig werden die Schritte verkürzt und das Körpergewicht etwas nach
hinten verlagert. Wichtig: Immer schön in die Knie gehen!
Gesundheit
- Für wen ist vor Trainingsaufnahme ein ärztlicher Gesundheits-Check
empfehlenswert?
Ein ärztlicher Gesundheits-Check dient dazu, die
Herzgesundheit und die individuellen Belastungsgrenzen beim Sport abzuklären.
So kann das Risiko gesundheitlicher Folgen durch das Training möglichst klein
gehalten werden. Empfehlenswert ist ein solcher Check eigentlich für jeden,
insbesondere aber für Wiedereinsteiger, die älter als 35 Jahre sind, sowie für
Menschen, die unter Beschwerden wie Luftnot oder Brustschmerz leiden.
- Wie schädlich ist es, wenn ich auch mal über meiner maximalen
Herzfrequenz trainiere?
Wenn ein Sportler seine maximale Herzfrequenz
(HFmax) überschreitet, ist von einer extremen Anstrengung auszugehen, die im
Zweifel gesundheitsschädigend wirken kann. Das muss nicht zwingend nur für das
Herz gelten, auch andere Strukturen des Körpers können betroffen sein. Wurde
die HFmax durch eine Fahrradergometrie ermittelt, kann sie beim Laufen jedoch
durchaus überschritten werden. Das ist bei maximaler Anstrengung sogar sehr
wahrscheinlich. Ob und welche Gesundheitsgefahr besteht, hängt jedoch sehr vom
Einzelfall ab.
- Ich bin erkältet. Darf ich trotzdem meine Runde drehen?
Wer ein
wenig Husten oder Schnupfen hat, dem droht durch Sport zunächst kein
körperlicher Schaden. Allerdings sollten Sie eher in einem niedrig-intensiven
Bereich trainieren. Bei Fieber sowie einer bakteriellen Hals- oder
Mandelentzündung ist jedoch Vorsicht geboten. Generell gilt: Wer sich schlapp
fühlt, sollte starke Belastungen meiden und lieber einen erholsamen
Spaziergang vorziehen.
- Welche Verletzungen können durch NW entstehen?
NW besitzt nur
ein geringes Verletzungsrisiko. Lediglich bislang wenig benutzte Muskelgruppen
oder das Handgelenk können am Anfang schon mal schmerzen. Gravierend sind
solche Überlastungsreaktionen aber nicht. Möglich ist auch ein Umknicken im
Sprunggelenk, was aber nicht speziell auf die NW-Technik, sondern eher auf
schlechte Bodenverhältnisse zurückzuführen ist. Ernstere Verletzungen könnten
bei einem Sturz entstehen.
- Ist Nordic Walking auch bei Gelenkproblemen sinnvoll?
Bei NW
gibt es keine Sprungphase wie etwa beim Laufen. Das schont die Gelenke und
macht diesen Sport grundsätzlich auch für Menschen mit Gelenkproblemen
geeignet. Natürlich kommt es auf die Art der Erkrankung an. Bei Arthrose ist
NW zum Beispiel ein prima Gelenktraining, das die Beschwerden lindern kann.
Bei einem akut entzündeten Kniegelenk oder einer frischen Verletzung ist Sport
jedoch sicher nicht empfehlenswert.
- NW bei Heuschnupfen und Asthma, ist das gesund?
Bei Heuschnupfen
und Asthmapatienten, die ihre Symptome aufgrund medikamentöser Behandlung „im
Griff“ haben, ist gegen ein NW-Training nichts einzuwenden. Hat ein Allergiker
jedoch bereits bei einem bloßen Aufenthalt im Freien schwer mit Symptomen zu
kämpfen, ist weitere körperliche Anstrengung nicht ratsam – insbesondere, wenn
die Allergie die Atmung behindert. Bei Rhinitis (laufender Nase) ist das kein
Problem.
- Was muss ich als Diabetiker beachten?
Sport greift direkt in den
Zuckerhaushalt des Körpers ein, was zu einer Unterzuckerung führen kann.
Diabetiker müssen daher immer mit ihrem Arzt abklären, welche Maßnahmen
notwendig sind, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Dabei spielen
Schweregrad und Typ der Erkrankung eine wichtige Rolle. Günstig sind zum
Beispiel Diabetes-Sportgruppen, die es auch für Nordic Walking gibt. Zudem
sollten Sie immer schnell verfügbare Kohlenhydrate und ausreichend zu trinken
zur Hand haben.
- Schadet NW in der Schwangerschaft?
Ein gemäßigtes NW-Training
schadet in einer normalen Schwangerschaft sicherlich nicht. Das gilt vor allem
für Frauen, die bereits vorher sportlich aktiv waren. Hier trägt der
Ausdauersport sogar zum Wohlbefinden bei und lässt für Schwangerschaft und
Geburt auf einen komplikationsarmen Verlauf hoffen. Bei
Risiko-Schwangerschafen oder beschwerlichen Verläufen ist Sport jedoch nur
nach Rücksprache mit dem Arzt ratsam.
- Darf ich auch bei akuten Rückenschmerzen Nordic walken?
Das
kommt ganz auf die Beschwerden an. Wer mit chronischen, durch die Wirbelsäule
bedingten Rückenschmerzen Nordic walkt und zusätzlich kräftigende Gymnastik
macht, kann seine Symptome deutlich lindern. Plötzliche, akute
Rückenschmerzen, die erstmalig auftreten, können hingegen Warnsignale für
Herz- oder Gefäßerkrankungen sein. Hier könnte jede körperliche Anstrengung
potenziell gefährlich werden.
- Senkt NW meinen Blutdruck?
Studien belegen, dass regelmäßiger
Ausdauersport den Blutdruck um 5 – 10 mmHg senken kann. NW ist daher für
Blutdruckpatienten gut geeignet, auch weil der Blutdruck hierbei normalerweise
nicht gefährlich in die Höhe schnellt. Wer es durch Bewegung und
Ernährungsumstellung schafft, sein Gewicht zu reduzieren, kann seinen
Blutdruck sogar noch deutlicher senken. Ausdauertraining wirkt sich zudem
positiv auf die Blutfette aus.
Ernährung
- Ist es sinnvoll, vor dem Training noch etwas zu essen?
Damit die
Muskeln Energie zum Arbeiten haben, brauchen sie Kohlenhydrate. Diese sind in
Form von Glykogen in Muskeln und Leber gespeichert, reichen aber je nach
Belastung für maximal zwei Stunden. Etwa zwei Stunden vor dem Training ist
daher eine fettarme Mahlzeit mit komplexen Kohlenhydraten und Eiweiß sinnvoll.
ein Müsli mit Joghurt, Obst oder Kartoffeln mit Quark. Eine halbe Stunde vor
Trainingsbeginn beugt ein kleiner, kohlenhydratreicher und fettarmer Imbiss
dem Hunger vor. Dazu eignet sich etwa ein Fruchtjoghurt, ein Vollkornbrot
mit magerem Käse oder Schinken oder eine Banane.
- Welche Kost ist nach dem Sport die richtige?
Jetzt müssen die
Verluste an Wasser, Mineralstoffen, Kohlenhydraten und Eiweiß wieder
ausgeglichen werden. Breitensportler brauchen dafür keine spezielle Kost. Es
reicht, sich ausgewogen zu ernähren. Bevorzugen Sie nährstoffreiche
Lebensmittel sowie kohlenhydratreiche Mischkost, die fettmoderat ist und
Eiweiß liefert. Das kann ein Gericht mit Fleisch oder Fisch, Reis und Gemüse
sein. Die Energiespeicher sollten Sie bald nach dem Sport auffüllen, da dann
die Depots besonders aufnahmebereit sind.
- Ist der Nachbrenneffekt größer, wenn ich nach dem Training mit dem
Essen warte?
Der Nachbrenneffekt ist ein gesteigerter Fettstoffwechsel
nach intensivem Training. Die Muskeln setzen dadurch noch in Ruhe stundenlang
mehr Energie um. Eine baldige Nahrungsaufnahme unterbindet den Effekt nicht.
Die leeren Glykogenspeicher sollten nach dem Sport auch rasch wieder
aufgefüllt werden. Die Muskulatur ist dann sogar in der Lage, mehr
Kohlenhydrate zu speichern.
- Welcher Snack sorgt während des Trainings für einen schnellen
Energieschub?
Trainieren Sie länger als eine Stunde, sollten Sie
schnell verfügbare Kohlenhydrate zur Hand haben, am besten in flüssiger Form.
Ideal sind Saftschorlen. Auch Müsli-Riegel eignen sich, solange sie keinen
hohen Fettanteil – etwa durch Schokolade – besitzen. Da Fett die körperliche
Leistung einschränken kann, sollte etwa die Hälfte der Energiezufuhr aus
Kohlenhydraten kommen. Dafür sind keine speziellen Sportriegel notwendig. Eine
Banane tut es auch.
- Wie reguliere ich meinen Flüssigkeitsverlust?
Um nicht mit einem
Flüssigkeitsdefizit zu starten, sollten Sie schon vor dem Trainingsbeginn 0,3
bis 0,5 Liter Mineralwasser oder verdünnten Fruchtsaft trinken. Sind Sie
länger als eine Stunde aktiv, ist auch während des Trainings immer wieder
schluckweise für Flüssigkeitsersatz zu sorgen. Das hält die Konzentration und
die körperliche Leistungsfähigkeit aufrecht. Spätestens nach dem Sport jedoch
muss die Flüssigkeitsmenge, die der Körper durch Schwitzen verloren hat,
wieder aufgefüllt werden.
- Welches Getränk ist der beste Durstlöscher?
Breitensportler
können ihren Durst problemlos mit Mineralwasser, verdünnten Frucht- und
Gemüsesäften oder Tees löschen. Die liefern einen adäquaten Flüssigkeitsersatz
sowie rasch verfügbare Energie, Mineralstoffe und Spurenelemente. Ein
optimales Sportlergetränk sollte einen Kohlenhydratgehalt von zwei bis acht
Prozent und einen Natriumgehalt von 400 bis 1.100 mg/l enthalten. Reine
Fruchtsäfte, gezuckerte Limonaden sowie stark koffeinhaltige oder alkoholische
Getränke sind für den schnellen Flüssigkeitsersatz nicht geeignet.
- Ein Glas Bier oder Wein nach dem Sport, beeinträchtigt das den
Trainingseffekt?
Bier, Wein und andere alkoholische Getränke liefern
zwar Flüssigkeit und wirken kurzzeitig ermunternd, auf Dauer aber ermüdend.
Zum Durstlöschen sind sie daher nicht geeignet. Zudem wird Alkohol im
Stoffwechsel vorrangig vor anderen Nährstoffen abgebaut. Dadurch verzögert er
die Regeneration nach dem Sport.
Ausrüstung
- Eignen sich zum Nordic Walken auch Joggingschuhe?
Joggingschuhe
entsprechen den Anforderungen des Laufsports. Sie besitzen meist ein glattes
Profil, normalen Seitenhalt sowie gute Dämpfeigenschaften. Ein NW-Schuh muss
jedoch ein gutes Abrollverhalten über den ganzen Fuß ermöglichen. Dafür sind
die Sohlen von Laufschuhen zu weich. Wichtig beim NW ist auch ein guter
Seitenhalt, der gerade Sporteinsteigern mehr Sicherheit gibt und das
Verletzungsrisiko auf unebenem Terrain wie Schotterwegen minimiert. Im Gelände
ist auch ein griffiges Sohlenprofil Pflicht. Die Investition in einen
speziellen NW-Schuh lohnt sich daher immer.
- Worauf muss ich beim Schuhkauf achten?
Den Schuhkauf verlegen
Sie am besten auf den Abend, denn die Füße schwellen im Laufe des Tages an. So
können Sie sicher sein, dass Sie die Schuhe nicht zu klein wählen. Und
vermessen Sie zuvor Ihre Füße. Ein simpler Druck- oder Daumentest reicht nicht
aus, um die optimale Passform zu finden. Sinnvoll ist zudem ein Lauftest, den
Fachgeschäfte anbieten. So können Sie Druck- oder Scheuerstellen, die
sich erst nach ein paar Metern zeigen, erkennen. Je nach Fußform gibt es
unterschiedliche Modelle, und jede Schuhmarke hat ihre speziellen Eigenheiten.
Daher sollten Sie ruhig mehrere Marken ausprobieren.
- Was tun bei Problemfüßen?
Eine einfache Minimal-Lösung bei
Problemfüßen sind spezielle Einlagen für Sportschuhe, die direkt im Fachhandel
angefertigt werden können. Sie bilden jedoch nur die bestehende Fußform ab und
nehmen keinen Fehlstellungsausgleich vor. Dazu ist ein Besuch beim Orthopäden
notwendig. Bei stärkeren Fehlstellungen ist das auf jeden Fall empfehlenswert.
Denn Schmerzen im Fußbereich führen zu Überlastungen und nicht selten auch zu
Problemen im Bewegungsapparat.
- Welche Stocklänge passt zu mir?
Zur Berechnung der Stocklänge
hat sich die Formel „Körpergröße mal 0,66 bis 0,68“ bewährt. Aber auch der
kontrollierende Blick des Trainers und das eigene Gefühl sind entscheidend.
Lassen Sie sich daher nicht von immer neuen Formeln beirren. Grundsätzlich ist
für den Einstieg in die Technik ein kürzerer Stock sicherlich besser geeignet.
Dadurch fällt die Koordination leichter. Wer die NW-Technik gut beherrscht,
kann zur Steigerung der Kraftkomponente die Stocklänge variieren.
- Was sind die wichtigsten Kriterien bei der Stockwahl?
Wichtig
sind vor allem der Griff und das Schlaufensystem, denn sie bestimmen Handling
und Komfort. Nur wer sich mit seinem Stock wohlfühlt, übt den Sport auch
dauerhaft aus. Passt die Schlaufe nicht, scheuert sie, oder schmerzt der
griff, geht das zumeist auch zulasten des Stockeinsatzes und der Effektivität.
Das Griffmaterial sollte daher weich und angenehm sein, die Schlaufengröße
optimal anpassbar. Wer Kräftigungsübungen mit seinen Stöcken macht, sollte
zudem auf einen Teleskopstock verzichten. Denn hierbei müssen die Stöcke weit
mehr als das eigene Körpergewicht aushalten. Wichtig ist auch eine griffige
Spitze. Hier ist Videastahl ein absolutes Muss, sonst rutscht die Spitze nach
mehrmaligem Gebrauch immer durch. Darunter leidet wiederum die Effektivität
des Trainings.
- Welche Funktionen braucht meine Pulsuhr auf jeden Fall?
Die
Mindestanforderungen an eine Pulsuhr sind neben der Uhrzeit und einer Stoppuhr
die Anzeige von Pulsober- und untergrenze. Das ermöglicht Ihnen, im richtigen
Pulsbereich zu trainieren und auch ein eigenes Körpergefühl für die Intensität
der Belastung zu entwickeln. Zusatzfunktionen wie etwa die Anzeige des
Kalorienverbrauchs sind sicherlich nett und motivierend, aber nicht unbedingt
erforderlich.
Ihr Nordic Walking Experte für das Training:
Dr. Helge Knigge, Dipl. Sportwissenschaftler und Mitarbeiter an der Deutschen
Sporthochschule in Köln.
Ihre Nordic Walking Expertin für die
Technik: Simone Becker, Dipl. Sportwissenschaftlerin sowie NW- und
Wellnesstrainerin. Promoviert zurzeit an der Deutschen Sporthochschule in
Köln.
Ihr Nordic Walking Experte für die Gesundheit: Dr. Joachim
Latsch, Sportmediziner am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der
Deutschen Sporthochschule in Köln.
Ihre Nordic Walking Expertin für
die Ernährung: Antje Gahl, Dipl. Ernährungswissenschaftlerin, tätig bei der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn.
Ihr Nordic Walking
Experte für die Ausrüstung: Peter Schlickenrieder, Skilanglauf- und
Nordic-Sports-Profi sowie ARD-Experte. Gewann 2002 in Salt Lake City Olympisches
Silber im Skilanglauf.
Quelle: Nordic walker
3/2007